Heft Nr. 248, März/April 2013
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Editorial
Stolz auf die eigene Stadt zu sein, das hat in Hamburg Tradition, und dafür gibt es viele gute Gründe. Die Wiedererrichtung der historischen Orgel in der Katharinenkirche liefert einen weiteren, mag auch das nun vor dem Abschluss stehende Projekt gerade in seinem Gelingen das Desaster der Elbphilharmonie als Monument planerischen Versagens um so ärger erscheinen lassen. Wie allerdings Frits Elshout als Leiter der ausführenden Orgelbaufirma zu berichten weiß, setzte ausgerechnet die Denkmalschutzbehörde der dem Motto ›Eine Orgel für Bach‹ einzig gemäßen Rekonstruktion den größten Widerstand entgegen. Um Bach geht es vor allem deshalb, weil sich das großenteils durch Bürgerspenden finanzierte Projekt als ›Wiedergutmachung‹ für eine historische Fehlentscheidung versteht: Bachs Berufung nach Hamburg – allerdings nicht an die Katharinen-, sondern die Jacobikirche – war 1720 daran gescheitert, dass er als Bewerber 4.000 Mark Courant (umgerechnet etwa 20.000 Euro) in die Kirchenkasse hätte zahlen müssen. Leipzig hat schließlich davon profitiert.
Niemand weiß, ob Bach es je bereut hat, nicht nach Hamburg gegangen zu sein. Auch Martin Geck stellt darüber
keine Mutmaßungen an, doch seine Betrachtungen über ›Bachs erstes Leipziger Jahr‹ machen deutlich, dass die dortige Stellung so ›favorable‹, wie gedacht, nicht war. Wirklich ›favorable‹ waren damals wie heute ohnehin ganz andere Dinge, zum Beispiel der Rohstoffhandel nicht zuletzt mit Zinn, dessen Weg von den Minen Cornwalls und des Erzgebirges bis auf die Märkte von Köln und Hamburg und in die Werkstätten der Orgelmacher Dorothea Schröder im
Hauptartikel dieses Heftes schildert.
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