Anmerkungen zu Kapitel V
- Quantz, Joh. Joachim: Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen, Reprint der Ausgabe Berlin 1752, Neuausgabe
Horst Augsbach, Leipzig 1983, S. 275, § 1
- Melkus, Eduard: »Bach-Interpretation zwischen Scylla und Charybdis«, in: ÖMZ, 2.3/1985, S. 65-76, hier S. 69-71
- a.a.O.
- a.a.O.
- a.a.O.
- a.a.O.
- Mattheson, Johann: Der vollkommene Capellmeister, Faksimile-Nachdruck der Ausgabe Hamburg 1739, hg. von Margarete Reimann,
Kassel 1954, § 19, S. 482
- ebd., § 20, S. 482
- Bach, Carl Philipp Emanuel: Versuch über die wahre Art, das Clavier zu spielen, Faksimile der 1. Aufl., Berlin 1753 und 1762, hrsg. v.
L. Hoffmann-Erbrecht, Leipzig 1978, S. 64, § 5
- ebd., S. 65, § 11
- siehe hierzu Neumann, Frederick: Ornamentation and Improvisation in Mozart, Princeton 1986, S. 11
- Neumann stellt für Mozart fest: »When Mozart intended a supported appogiatura trill [...] he usually indicated his wish. He either
wrote it out in regular notes...« (Neumann, a.a.O., S. 114.). Er führt keine Stelle aus Mozarts Kompositionen an, an denen eine
Ausführung in Zweidrittel-Lösung nach C. Ph. E. Bachs Modell zwingend gefordert wird.
- Diegesamte Problematik behandelt in zwei ausführlichen Studien Gutknecht, Dieter (I): »Zur Aufführungspraxis des
Secco-Rezitativs in der ersten Hälfte des 18. Jhs. Ein Beitrag zur Diskussion über die Gestaltung des Rezitativs speziell in Händels
Opern«, in: Telemanniana et alia Musicologica, Festschr. f. Günter Fleischhauer zum 65. Geburtstag, hg. v. D. Gutknecht, Hartmut
Krones, Frieder Zschoch, Oschersleben 1995, S. 142-154; ders. (II): »,,In sofern wir ihnen eine Aehnlichkeit mit der Sprache
belegen''. Einige Bemerkungen zu Gestalt und Ausführung des Rezitativs in Telemanns Opern«, Vortrag gehalten anläßlich der
Magdeburger Telemann-Festtage (Wiss. Konferenz, Bericht in Vorbereitung)
- Gutknecht I, S. 146
- ebd., S. 142
- Quantz, a.a.O., § 59, S. 272
- Quantz, a.a.O., § 59, S. 272
- Quantz, a.a.O., § 59, S. 272; siehe ferner die beiden Notenbeispiele, die Quantz im Anhang unter XXIII, F. 5 und 11 aufführt. F. 5
bringt ein Rezitativ-Beispiel, das wohl auf einer Binnen-Kadenz endet: Der Sänger beendet seine Phrase mit Quartvorhalt, Continuo
ist auf der Eins des Taktes notiert, wobei sich bei notierter Ausführung eine Dissonanz zwischen Sänger d'' und dem A-Dur-Akkord
ergeben würde. In diesem Falle fordert Quantz eine zeitlich etwas nachgestellte Ausführung. Im Beispiel F.&nsbp;11 ergibt sich
keinerlei harmonische Dissonanz, da die Schlußkadenz - V --> I - auftaktig nach dem Gesangsende plaziert ist.
- zit.n. Telemann, Georg Philipp: Singen ist das Fundament zur Music in allen Dingen. Eine Dokumentensammlung, hg. v. Werner
Rackwitz, Leipzig 1985, S. 177. So wie das Beispiel notiert ist, käme es zu einer scharfklingenden Dissonanz, die jedoch beinahe
aufgehoben wird, wenn man Telemanns Klauselverwendung aus seinem »Harmonischen Gottesdienst« (Hamburg 1725/26,
Musikalische Werke, Bd.&nsbp;II., hg. v. Gustav Fock, Kassel 1953, S. V, VI) berücksichtigt, die in diesem Falle ein g' als Vorhalt
fordert. Also ist auch bei Telemann die scharfe Dissonanz auf der Zeit umgangen.
- C.Ph.E. Bach, a.a.O., § 3, S. 315
- Haydn, Joseph: Applausus, 1768, in: Werke, Reihe XXVII, Bd. 2, hg. v. Heinrich Wiens, München 1969, S. 1 (Haydns Erklärungen).
Beim Vergleich von Leonardo Leos »Catone in Utica« mit Händels Pasticcio »Catone« in einer Neufassung, in der viele Rezitative
identisch sind, in der Ausführung aber doch Unterschiede aufgeführt sind, habe ich bereits darauf verwiesen, daß Dissonanzen in
Kadenzakkorden fast ausschließlich mit einer 4-3-Vorhaltsauflösung oder gar Pausen auf betonter Zeit umgangen wurden (vgl.
Gutknecht I, a.a.O., S. 148; Notenbeispiele S. 150ff., besonders Nr. 10 mit Pause auf der Eins!); Fazit: Die Forderung Winton Deans
nach einer Rezitativ-Ausführung wie konventionell notiert entspricht nicht dem historischen Befund. Dieser zeigt vielmehr ein
äußerst vielgestaltiges Bild, vor allem aber eine Praxis, die die direkte Dissonanz in den Kadenzierungen ganz ausschließt oder
durch zeitlich verzögerte Akkordsetzung wesentlich mildert.
- Quantz, a.a.O., § 6, S. 241
- a.a.O.
- z.B. Riemann, ML, Sachteil, Mainz 1967, S. 907
- siehe MGG2, Sachteil Bd. I, Sp. 973
- Gutknecht, Dieter: »Zur Geschichte der Aufführungspraxis Alter Musik. Tradition als Hypothek: Die Cappella Coloniensis
(1954-1994)«, in: CONCERTO, Nr. 96, September 1994, 11. Jg., Köln, S. 22-28, hier S. 27f.
- siehe hierzu Altenburg, Detlef: Untersuchungen zur Geschichte der Trompete im Zeitalter der Clarinblaskunst (1500-1800), Bd. I,
Köln 1973, S. 207-234.
- Gutknecht, »Tradition als Hypothek«, a.a.O., S. 28
- Schwandt, Erich: »L'Affilard on the French Court Dances«, in: Musical Quarterly, 1973/74, S. 389-400
- Talsma, Wilhelm Reetze: Wiedergeburt der Klassiker, Innsbruck 1980; das Zitat stammt von Miehling, Klaus: Das Tempo in der
Musik von Barock und Vorklassik. Die Antwort der Quellen auf ein umstrittenes Thema, Wilhelmshaven 1993, S. 14
- Erig, Richard: »Zum ,,Pulsschlag'' bei Johann Joachim Quantz«, in: Tibia, 1982/83, S. 168-175; derselbe: »,,Il vero modo di
diminuir''. Bemerkungen zu dalla Casas Diminuitionsschule«, in: Tibia, 1983, S. 407-417
- von Bieren, Jan: »Het tempo van de franze Barokdanzen«, in: Tempo in de Achttiende Eeuw, Utrecht 1984, S. 7-25; Heijdemann,
Frans: »De tempo-aandeudingen bij L'Affilard en Pajot«, in: Tempo in de Achttiende Eeuw, Utrecht 1984, S. 26-36; von Glück,
Clemens: »Interpretation im ,,klassischen Tempo''?«, in: ÖMZ, 41/1986, S. 493-496; Wehmeyer, Grete: »Interpretation im
,,klassischen'' Tempo?«, in: ÖMZ, 40/1985, S. 7-8, 366-376; dieselbe: Prestississimo. Die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der
Musik, Hamburg 1982
- Auhagen, Wolfgang: »Chronometrische Tempoangaben im 18. und 19.&nsbp;Jahrhundert«, in: AfMw, 1987/1, S. 40-57; derselbe:
»Zur Theorie des variablen Metronomgebrauchs«, in: Mf, 42/1989, S. 55-60; Krones, Hartmut: »Interpretation im ,,klassischen''
Tempo?«, in: ÖMZ, 41/1986, S. 489-492
- Hünteler, Konrad: »Die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der Musik. Eine Absage«, in: CONCERTO, Heft 78 (Nov. 1992),
S. 17-24; derselbe: »Die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der Musik?«, in: Musica, 47, 3 (1993), S. 143-151