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Heft Nr. 237, April/Mai 2011

Panorama
Aktuelle Meldungen und Berichte u. a. aus Wien

Aus den Verlagen
Neue Bücher

Reisezettel
ausgefüllt von Simone Eckert

Das ABC der Klangrede (Teil V)
Hohes Gericht: Das klangrhetorische Gedankengebäude als Ganzes
Von Wolfgang Kostujak

Termine
Konzerte · Festivals · Kurse · Symposien

Thema I
Georg Pasterwiz – Leben
und Werk
Von Ernst Schlader

Thema II
Chor im 18. Jahrhundert? Zur Diskussion um ›Bachs Chor‹
Von Ute Poetzsch

Interview
Gregorianisches Melos
Im Gespräch:
Norbert Rodenkirchen
Die Fragen stellte
Bernd Heyder

Schallplatten
Neue CDs mit Musik von Bach, Hayes, Mahler, Mendelssohn, Wendling, Myslivecek, Kraus, Druschetzky, Steffan und vielen anderen

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Unser Titelbild

Ein Band, auf dem wohl ›Frühling‹ stehen mag, lässt diese Himmels- trompeterin über Brüssel flattern.
http://www.falkensteinfoto.de



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Editorial

Seit Andrew Parrotts Aufsatz zu diesem Thema begleitet uns die Diskussion um ›Bachs Chor‹. Einschlägige diskographische Beiträge lieferte jüngst die CD-Industrie in Gestalt je zweier Einspielungen der Johannes- und der Matthäus-Passion, die traditionellen Vorstellungen von einer chorischen Besetzung mehr oder weniger deutlich zuwiderlaufen. Das ist uns eine ausführliche Rezension wert. Nicht nur beiläufig um Bach geht es auch bei Ute Poetzsch’ Annäherung an das Thema ›Chor im 18. Jahrhundert?‹ (man beachte das Fragezeichen). Sofern man die Position der Telemann-Forschung überhaupt als einen Blick ›von außen‹ bezeichnen mag, bedeutet sie doch einen erfrischenden Perspektivwechsel, der sich – wie in vielen Diskussionen – auch hier als hilfreich erweisen könnte.
Bei einem Komponisten wie Georg Pasterwiz sind Besetzungsfragen sicher nicht das drängendste Problem, solange kaum jemand auch nur ein einziges Werk dieses Universalgelehrten unter den österreichischen Komponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kennt. Ernst Schlader stellt ihn uns vor, und wenn er dabei vehement für eine Neuerschließung durch die heutige Musikpraxis wirbt, steckt dahinter keineswegs nur philologische Begeisterung: Unser Autor ist auch als Interpret auf der historischen Clarinette zum Kenner des Pasterwiz’schen Repertoires geworden.
Für unseren Interviewpartner Norbert Rodenkirchen war die Holz-Querflöte der Schlüssel zur musikalischen Welt des Mittelalters. Das gregorianische Melos habe ihn schon immer fasziniert, sagt er, aber sein Lieblingsgebiet als Flötist sei das 13. Jahrhundert. Das ist kein Widerspruch, denn im Gegensatz zur Musikwissenschaft, die sich stets auf den Aspekt der frühen Mehrstimmigkeit konzentriert, sieht er in der Epoche der Ars antiqua auch eine Blütezeit der einstimmigen Musik. Allerdings gilt es, merkt Rodenkirchen mit Blick auf manche Erscheinungsformen mittelalterlicher Musik heute an, sie aus der ›Freizeitspaß-Themenpark-Ecke‹ herauszuholen.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!

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