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Auf dieser Seite: Nachrichten aus den jüngsten CONCERTO-Ausgaben und eine Vorschau aufs nächste Heft.
Stand: 7. Januar 2010


Vorschau

Ein Rückblick auf das Alte-Musik-Jahr 2009 sähe diese beiden ganz weit vorn: Wolfgang Katschner als Leiter der Lautten Compagney und Jérémie Rhorer als ›Newcomer‹, der er zumindest noch bei uns in Deutschland ist. Mehr über sie im nächsten CONCERTO-Heft Nr. 230, das Mitte Februar 2010 erscheint.

Vermischte Nachrichten

Chemnitz Um jungen Menschen den Zugang zur reichen Welt der klassischen Musik zu bahnen, gewährt die Chemnitzer Robert- Schumann-Philharmonie seit Beginn der neuen Spielzeit Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren in Begleitung Erwachsener bei allen Symphoniekonzerten freien Eintritt. Information: www.philharmoniechemnitz.de

Freiburg Mit dem Programm ›Europa um 1730‹ kehren Thomas Hengelbrock und seine Balthasar-Neumann-Ensembles im November auf der letzten Etappe ihrer Europa-Tournee nach Deutschland zurück. Vier unterschiedliche Werke ermöglichen den Hörvergleich zwischen Komponisten einer Epoche, in der sich die Kirchenmusik stark veränderte. Mit Campra (Grand Motet ›Notus in Judea Deus‹), Händel (Chandos Anthem XI ›Let God arise‹ HWV 256a), Vivaldi (Magnificat RV 610a) und Bach (Missa F-Dur BWV 233) machen die Musiker Station im Ludwigsburger Forum (31.10.), im Festspielhaus Baden-Baden (1.11.), in der Alten Oper Frankfurt (3.11.), der Düsseldorfer Tonhalle (5.11.) und im Konzerthaus Dortmund (8.11.). Das Abschlusskonzert findet am 9. November in Hamburgs Michaelis-Kirche statt. Information: www.thomas-hengelbrock.com

Göttingen/Edinburgh Zwei Produktionen der Göttinger Händel- Festspiele sind am 5. September im Rahmen des Edinburgh Festival mit dem Herald Angel Award ausgezeichnet worden. Doris Dörrie wurde für ihre Inszenierung der diesjährigen Festspiel-Oper ›Admeto‹ geehrt, bei der »200 Minuten Musik wie im Flug vergehen – vom Festspiel-Orchester Göttingen auf Originalinstrumenten brillant dargeboten, unter dem empfindsamen, sinnenfreudigen Dirigat von Nicholas McGegan« (The Times). Letzterer erhielt dann auch noch eine persönliche Auszeichnung für sein Dirigat von ›Acis und Galatea‹. Die Übergabe des von The Herald ausgelobten Preises erfolgte im Festival Theatre durch Kulturminister Mike Russel.

Greifswald/Rom Mit einem Kooperationsforschungsprojekt wollen mehrere europäische Universitäten fakultätsübergreifend Musterkonzeptionen zur Aufarbeitung und Bewahrung des kulturellen Erbes der europäischen Barockzeit erarbeiten. Im ›European Network for Baroque Cultural Heritage‹ (EnBaCH) beteiligen sich Historiker, Kunsthistoriker, Medizinhistoriker und Theaterwissenschaftler der Hochschulen aus Barcelona, Paris, Rom, Teramo, Greifswald, Dresden, Wien und Warschau, um die Prozesse der Identitätsbildung der Epoche und die zugrundeliegenden Faktoren zu analysieren. Geplantes Ziel ist der Aufbau eines ständigen Europäischen Instituts für das Kulturerbe des Barock, das sich der Förderung und Koordination aller Bestrebungen zur Erforschung, Verbreitung und zum Schutz des barocken Kulturerbes widmet. Dem Team stehen dazu rund 3,5 Mio. EUR aus Mitteln der Europäischen Kommission zur Verfügung. Die Projekleitung liegt bei Renata Ago von der Sapienza-Universität in Rom. Information: www.uniroma1.it/eventi/ricerca/090619_barocco.php

Halle/S. Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 hat die Oper Halle mit dem bekannten Sänger und Regisseur Axel Köhler als Nachfolger von Joel Revelle einen prominenten neuen Operndirektor aus den eigenen Reihen verpflichtet. Der ausgewiesene Händel-Spezialist beansprucht keinerlei wirtschaftliche Kompetenzen, doch wird er künftig in Zusammenarbeit mit GMD Karl-Heinz Steffens die Besetzung der Operninszenierungen bestimmen. Der 1960 im erzgebirgischen Schwarzenberg geborene Sänger gehört seit 1984 dem Ensemble der Oper in Halle (Saale) an – zunächst als Spielbariton, später als Altus. Information: www.oper-halle.de bzw. www.axelkoehler.com

Harrach Als Erstausgabe ist in der Edition Walhall ein von Reinhard Goebel unlängst entdecktes Telemann-Blockflötenkonzert erschienen. Durch einen Hinweis im Haydn-Jahrbuch war Goebel auf die Fährte der verschollenen Komposition gestoßen und wurde schließlich im Privatarchiv der österreichischen Adelsfamilie Harrach fündig. Dort entdeckte er die Abschrift des Stimmensatzes, der von einem nicht benannten professionellen Schreiber hergestellt wurde, welcher wiederum als Kopist aus der Fasch-Forschung bekannt ist. Das dreisätzige Konzert in g-Moll für Blockflöte, Streicher und B.c., aufgrund des Fundortes mit dem Beinamen ›Harrach- Konzert‹ versehen, zeigt Vivaldi’sche Züge. Ergänzt wird die von Goebel herausgegebene Partitur samt Stimmen (EW 743/744) durch einen Klavierauszug von Léon Berben (EW 785); eine Ersteinspielung mit Dorothee Oberlinger liegt ebenfalls schon vor (vgl. CD-Teil in diesem Heft). Information: www.edition-walhall.de

Köln Die für das kommende Frühjahr unter dem Motto ›Mythos und Musik‹ angekündigte Stradivari-Ausstellung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum wird aus wirtschaftlichen Gründen nicht stattfinden können. Ursprünglich sollten ab Mitte März 2010 über 50 Instrumente des legendären Geigenbauers zu sehen sein – so viele, wie nie zuvor gezeigt wurden. In Absprache mit Museumsdirektor Blühm sei man jedoch bemüht, die Ausstellung nun im Jahr 2011 zu realisieren, erklärte Kölns Kulturdezernent Georg Quander.

Leipzig Am 15. Oktober startete der Vorverkauf für das nächste, in Verbindung mit dem 85. Bachfest der Neuen Bach- gesellschaft veranstaltete Bachfest Leipzig (11.-20.6.2010). Das Motto ›Bach, Schumann und Brahms‹ richtet den Fokus auf zwei führende Protagonisten der Bach- Rezeption im 19. Jahrhundert. Robert Schumann, dessen Geburtstag sich 2010 zum 200. Mal jährt, gehörte zu den Initiatoren der ersten Bach-Gesamtausgabe. Johannes Brahms, früh von Schumann gefördert und später mit dem Bach-Biographen Philipp Spitta eng verbunden, setzte sich als Komponist, Pianist und Chordirigent auf vielfältige Weise mit dem Schaffen des Thomaskantors auseinander. Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig wird Philippe Herreweghe empfangen.
Beim bereits im November veranstalteten Meisterkurs zur Aufführungspraxis der Werke Bachs gab es eine Rekordbeteiligung: Insgesamt 84 Teilnehmer aus 27 Ländern, darunter erstmals auch ein Zwölfjähriger, ließen sich von Robert Levin (Klavier), Andreas Staier (Cembalo) und Rainer Kussmaul (Violine/Barock-violine) unterweisen, die auch zu den Juroren des nächsten Internationalen Bach-Wettbewerbs unter Levins Präsidentschaft gehören werden (7.-17.2010). Information: www.bach-leipzig.de

Leipzig Kurz vor dem Jubiläumsjahr 2010 wird die Dauerausstellung im Schumann-Haus Leipzig um einen wichtigen Bereich erweitert: Robert Schumanns einstiges Arbeitszimmer. Die Lage dieses Raumes, in dem Schumann einige seiner berühmtesten Werke komponierte, war lange Zeit nicht eindeutig lokalisierbar. Erst vor fünf Jahren konnte der Grundriss der Schumann’schen Wohnung zweifelsfrei identifiziert und anschließend das bislang als Unterrichtsraum genutzte Zimmer vollkommen neu gestaltet werden. Möglich wurde die Erweiterung durch die Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig, ferner durch eine Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die groß-zügige Überlassung des Raumes durch den Hauseigentümer. Das Arbeitszimmer ist nun während der regulären Öffnungszeiten zugänglich (Mi.-Fr. 14-17 Uhr, Sa.-So. 10-17 Uhr). Information: Schumann-Verein Leipzig e.V., www.schumann-verein.de

Leipzig Bis zum 30. April 2010 präsentiert das Leipziger Grassimuseum anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Universität Leipzig eine Sonderausstellung mit dem Titel ›Studiosi, Magistri und die Musik‹. Die rund 30 Exponate – überwiegend historische Instrumente, das älteste davon aus dem 11. Jahrhundert – entstammen dem Leipziger Universitätsarchiv und werden zum Teil erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dazu zählt auch ein Porträt von Johann George Tromlitz (1725-1805), der seinerzeit als Ex-Jura-Student zum ersten Flötisten im Gewandhaus avancierte. Information: Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig, www.grassimuseum.de

London Mit den Gramophone Awards wurden in diesem Jahr in der Kategorie ›Artist of the year‹ Harry Christophers und The Sixteen gekürt, die gleichzeitig auch in der Kategorie ›Baroque vocal recording‹ für ihre bei Coro erschienene Einspielung der Händel’schen ›Corona-tion Anthems‹ (COR 16066) siegreich waren. Die Auszeichnungen ›Baroque instrumental‹ und ›Early music recording‹ gingen an die Harmonia-mundi-Produktionen der Purcell-Fantasien mit dem Ensemble Fretwork (HMU 907502) und ›Song of Songs from Stile Antico‹ (HMU 807498). Besondere Ehrungen wurden Nikolaus Harnoncourt (›Lifetime achievement‹), der am 6. Dezember seinen 80. Geburtstag feierte, und Harmonia-Mundi- Gründer Bernard Coutaz zuteil. Information: www.gramophone.co.uk

Magdeburg Die 20. Magdeburger Telemann-Festtage laden unter dem Motto ›spielräume. HofMusikStadt‹ vom 12. bis 21. März 2010 in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt ein. Im Mittelpunkt des Festivalprogramms, das sich im Jubiläumsjahr erstmals über zwei Wochenenden erstreckt, steht Telemanns Wirken im Spannungsfeld zwischen höfischer Musikkultur und städtischem Musikleben. Als Koproduktion der Opera Fuoco Paris mit dem Theater Magdeburg wird die dreisprachige Telemann-Opernproduktion ›Orpheus‹ Premiere haben, bevor sie nach Frankreich weiterreist. Als konzertierende Gäste begrüßen die Festtage u. a. Epoca Barocca mit dem Programm ›Holz – Luft – Metall‹ (13.3.), die Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert unter Hermann Max mit der Erstaufführung der Lukas-Passion TVWV 5:33 (13.3.), das Collegium Musicum 90 unter Simon Standage ›Mit vielem Vergnügen‹ (14.3.), und das Sächsische Barockorchester mit einer konzertanten Aufführung der Oper ›Germanicus‹ (19.3.), daneben am 20. März die Ensembles Les Amis de Philippe, Musica Fiorita und La Stagione Frankfurt. Zum Rahmenprogramm zählt eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema ›Komponisten im Spannungsfeld von höfischer und städtischer Musikkultur‹ (18.-20.3.) ebenso wie das mit dem bundesdeutschen Innovationspreis ausgezeichnete Projekt ›Telemann für Schüler‹. Information: www.telemann-festtage.de

Magdeburg Der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg 2010 geht an den britischen Violinisten Simon Standage. Die Übergabe der mit 2.500 EUR dotierten Auszeichnung wird Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am 12. März 2010 im Eröffnungskonzert der 20. Magdeburger Telemann-Festtage im Opernhaus vornehmen. Simon Standage habe auf substanzielle Weise Impulse zur Auseinandersetzung mit der Musik Georg Philipp Telemanns im Musikleben und in der Ausbildung gegeben, so die Jury in ihrer Begründung. Von Standage angeregt und durch ihn maßgeblich begleitet, haben sich renommierte britische Klangkörper mit repräsentativen Vokalwerken Telemanns auseinandergesetzt und sie in den Kontext der großen englischen Tradition Historischer Aufführungspraxis gestellt. Der unter Trevor Pinnock 1973 als Konzertmeister in das damals neu gegründete Barockensemble The English Concert berufene Barockviolinist, der später auch unter Christopher Hogwood in der Academy of Ancient Music spielte, gründete 1981 das Salomon Quartet mit historischem Instrumentarium und war von 1991 bis 1995 Associate Director der Academy of Ancient Music. 1990 gründeten er und Richard Hickox das Collegium Musicum 90, das sich auch bei den kommenden Magdeburger Festtagen präsentieren wird.

Mannheim Anfang Dezember startete in Mannheim die neue Konzertreihe ›Faszination Hofmusik‹, mit der das Mannheimer Hofquartett den Originalklang der in Vergessenheit geratenen Kammermusik des Mannheimer Hofes und der südwestdeutschen Höfe überhaupt neu beleben möchte. Die Basis dafür bilden ausgewählte Werke und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik. Das Mannheimer Hofquartett, bestehend aus Christoph und Marie-Luise Dingler (Violinen), Ulrike Kruttschnitt (Viola) und Gregor Herrmann (Violoncello), konzertiert auf historischen Instrumenten. Veranstalter ist der Freundeskreis des Mannheimer Hofquartetts e.V. in Kooperation mit der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Für diese Reihe sind bereits drei weitere Konzerte angekündigt: am 5.2.2010 ›Berühmte Söhne Mannheims – Werke von Stamitz & Co.‹, am 16.4.2010 ›Joseph Martin Kraus und die Mannheimer Schule‹ sowie am 11.6.2010 ›Europa zu Gast in Mannheim – Hofmusik vernetzt‹. Information: www.mannheimer-hofquartett.de

New York Die New Yorker Juilliard School konnte ihrer Sammlung historischer Musikmanuskripte jüngst zwei wertvolle Objekte hinzufügen: ein Autograph von Beethovens ›Kreutzer-Sonate‹ sowie ein Auszug aus Mendelssohns ›Elias‹ mit Korrekturen des Komponisten. Die beiden Dokumente sind nach Informationen der ›New York Times‹ Geschenke des Mäzens Bruce Kovner, dem die Schule bereits eine große Zahl an historischen Zeugnissen verdankt. Die mittlerweile 140 Dokumente umfassende Sammlung kann im Internet unter juilliardmanuscriptcollection.org eingesehen werden.

Pembrokeshire Am 7. Oktober 2009 starb Helen Watts im Alter von 81 Jahren. Die walisische Altistin studierte zunächst Klavier, wechselte später jedoch zum Gesang und wurde dann Mitglied des BBC-Rundfunkchores. Mit Konzertarien von Johann Sebastian Bach gab sie 1955 ihr Debüt bei den London Proms. Drei Jahre darauf folgte mit der Rolle des Didymus im Händel-Oratorium ›Theodora‹ ihr erster Bühnenauftritt; danach die Juno in ›Semele‹ (1959) und die Titelrolle in ›Rinaldo‹ (1961). 1965 wurde sie Mitglied am Londoner Covent Garden Opera House und avancierte bald zur gefeierten Wagner-Sängerin, blieb aber auch dem Konzertrepertoire als international geschätzte Bach-, Händel und Mozart-Interpretin treu.

Salzburg Im ›Nannerl-Notenbuch‹ – seit 1864 im Besitz des Mozarteums – wurden ein Konzertsatz und ein Präludium mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Schöpfungen des jungen Wolfgang Amadeus Mozart identifiziert. Wie der wissenschaftliche Leiter Ulrich Leisinger mitteilt, galten die beiden in der Handschrift Leopold Mozarts überlieferten Klavierstücke bisher als anonyme Kompositionen. Die neue Zuordnung erklärt sich aus der These, dass die Stücke vom jungen, im Notenschreiben noch ungeübten Mozart stammen, der seine Werke dem Vater zum Aufschreiben am Klavier vorspielte. Leopold hat bekanntlich nicht alle Stücke seines Sohnes auch mit dessen Namen versehen. Auffällig ist insbesondere die Diskrepanz zwischen den hohen spieltechnischen Ansprüchen und einem Mangel an kompositorischer Erfahrung, die Leopold Mozart als Autor der Werke ausschließen. Das hochvirtuose Molto Allegro ist offenbar der erste Satz eines Konzertes für Cembalo und Orchester in G-Dur, von dem nur die Soloabschnitte der Cembalostimme notiert sind, während die Orchesterritornelle fast vollständig ausgespart wurden. Das fünfminütige Stück dürfte aus den Jahren 1763/64 stammen und bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen den Miniatursätzen aus dem Nannerl-Notenbuch und den großen Formen der Instrumentalmusik (Sonate, Sinfonie und Konzert), denen sich der junge Mozart ab dem Sommer 1763 zuwandte. In der Handschrift geht ihm ein fragmentarisches Präludium voran, das spieltechnisch ähnlich ist und damit gleichfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mozart junior stammt. Zur Erstaufführung des Werkes im Rahmen der ›Mozartwoche‹ vom 22. bis 31. Januar 2010 wird der mozartkundige Pianist und Musikforscher Robert D. Levin eine Orchesterergänzung des Konzertsatzes beisteuern. Information: www.mozarteum.at

Nürnberg Die Hochschule für Musik Nürnberg hat ihre Alte-Musik-Abteilung beträchtlich erweitert. Nachdem bereits im Sommersemester das Fach Historischer Tanz mit Marie Bär Le Corre neu installiert wurde, begrüßt die Hochschule ab dem soeben begonnenen Wintersemester 2009/10 als neue Professorinnen Anne Röhrig (Barockvioline) und Elisabeth Scholl (Barockgesang); hinzu kommt Ute Hartwich als Lehrbeauftragte für Barocktrompete. Das bisherige Lehrpersonal versammelte bereits Kapazitäten wie Birgit Beyer, Peter Thalheimer und Jeremias Schwarzer (Blockflöte), Oscar Milani und Bernward Lohr (Historische Tasteninstrumente), Julian Behr (Laute, Barockgitarre), Peter Thalheimer und Martina Fiedler (Traversflöte), Hartwig Groth (Viola da gamba), Uschi Bruckdorfer (Dulzian, Barockfagott) und Ralf Waldner (Korrepetition). Als Nächstes sollen nun die Fächer Barockoboe und Barockvioloncello besetzt werden. Einen lebendigen Eindruck der dortigen Arbeit kann man sich im Rahmen der Tage Alter Musik verschaffen, die vom 20. Januar bis 1. Februar 2010 in der Frankenmetropole stattfinden werden. Information: www.hfm-nuernberg.de

Nürnberg/Edinburgh Unter Federführung der Universität von Edinburgh wollen elf bedeutende europäische Musikinstrumentensammlungen ihre Objekte digital erfassen und in einer Datenbank der Forschung zur Verfügung stellen. Das EU-Projekt trägt den Namen MIMO (Musical Instrument Museums Online) und wird mit 1,6 Millionen Euro durch die Europäische Gemeinschaft gefördert. Zu den Projektpartnern zählen neben Nürnberg, das allein 3.100 Exponate beisteuert, die Musikinstrumentensammlungen in Leipzig, Berlin, Brüssel, Tervuren/Belgien, Florenz, Edinburgh, London, Paris und Stockholm. Insgesamt sollen 45.000 Fotos von Musikinstrumenten (auch außereuropäischen) online recherchierbar werden, hinzu kommen 1.800 Audiodateien und 300 Videoclips. Damit werden etwa 40 Prozent der Musikinstrumente in den öffentlichen Sammlungen Europas erfasst. Die Ergebnisse werden Teil der ›Europeana‹, der zentralen Internetplattform mit Zugriff auf das digitale europäische Kulturerbe, in der bislang noch keine Musik-instrumente verzeichnet sind. ›Europeana‹ wurde 2009 mit dem Erasmus-Preis ausgezeichnet. Information: www.mimo-project.eu bzw. www.version1_europeana.eu

Nürnberg Bei den Tagen Alter Musik vom 20. Januar bis 1. Februar 2010 bietet die Hochschule für Musik Nürnberg allen Interessierten einmal mehr die Möglichkeit, das Feld der historischen Instrumente und Aufführungspraxis mittels Workshops und Konzerten sowie einem Symposium zum Thema ›Historische Saitenklaviere‹ in seiner ganzen Vielfalt zu erkunden. An den Veranstaltungen beteiligen sich hauseigene Lehrkräfte ebenso wie Studierende und Gäste aus dem In- und Ausland. Zur aktiven Mitwirkung lädt das Teamteaching ›Con Cembalo obligato‹ mit Oscar Milani und Jeremias Schwarzer (20.1.) und ebenso der offene Workshop zu Tänzen der Renaissance (23.1.). Im Rahmen des reichen Konzertangebots finden auch Aufführungen von Reinhard Keisers Singspiel ›Streit der vier Jahreszeiten‹ (21.-23.1.) statt. Information: www.hfm-nuernberg.de

Stuttgart/Leipzig Die ersten beiden Bände einer elfteiligen Ausgabe der Werke von Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) wurden im Rahmen des diesjährigen Bach-Festes der Öffentlichkeit präsentiert. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Leipziger Bach-Archiv und dem Stuttgarter Carus-Verlag habe, so Archiv-Direktor Christoph Wolff und Herausgeber Peter Wollny, eine fundamentale Bedeutung für das Gesamtbild des musikalischen Schaffens der Familie Bach sowie für das Verständnis der musikalischen Entwicklung vom Barock zur Wiener Klassik. Unterstützt wird die Ausgabe der Gesammelten Werke vom kalifornischen Packard Humanities Institute, das auch die Gesamtausgabe der Werke des zweitältesten Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel (1714-1788) finanziert.

Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr

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