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Heft Nr. 226, Juni/Juli 2009

Panorama

Berichte u. a. aus Berlin, St. Florian, Burg Sternberg, Bremen, Kempten und Altenburg – Bach und ich: Wanda Landowska (1879-1959) – Aus den Verlagen

Thema I

Figuren um Heinrich Schütz
Christoph Bernhards ›Resolutiones tonorum dissonantium‹
Von Michael Heinemann

Thema II

Erkenntnisse zur mehrchörigen Aufführungspraxis nach römischen Vorbildern (Teil I)
Ein Arbeitsbericht von Florian Bassani

Interview

Einmal Bach, immer Bach
Im Gespräch: Kurt Equiluz
Die Fragen stellte Bernd Heyder

Termine

Konzerte · Festivals · Kurse · Symposien

Schallplatten

Neue CDs mit Musik von Händel, Corelli, Bach, Fasch, Brahms, Bellini, Mozart, Couperin, Rameau, Ganassi und vielen anderen

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Unser Titelbild

Türöffner in die Vergangenheit – Detailansicht des Barockportals des Hartwig’schen Hauses im hessischen Korbach, fotografiert von Heinz-Dieter Falkenstein
http://www.falkensteinfoto.de

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Editorial

Zu den interessantesten Passagen der Reisetagebücher von Charles Burney gehören seine Schilderungen mehrchöriger Aufführungen in Rom und Venedig. Über einen Festgottesdienst, den er 1770 im Markusdom erlebte, schreibt er: ›Es waren bey dieser Gelegenheit sechs Orchester da, nehmlich zwey große auf den Emporkirchen der beyden Orgeln, und vier kleinere, zwey auf jeder Seite, wobey gleichfals kleine Orgeln waren. Ich hatte eine sehr vortheilhafte Stelle bey einer von den großen Orgeln, neben Sgr. Atilla, Galuppi's Gehülfen...‹ Weniger bekannt, aber nicht minder aufschlussreich ist ein noch aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts datierender Brief des französischen Gambisten André Maugars, der von Aufführungen mit nicht weniger als zehn Chören in Rom berichtet: ›Jeder Chor hatte bei sich ein Orgelpositiv, wie es [in Rom] üblich ist. Man braucht sich dessen nicht zu wundern, denn in Rom gibt es davon mehr als zweihundert, während man in Paris kaum zwei in der gleichen Tonhöhe findet...‹ Wenn wir nicht unterstellen wollen, dass unsere beiden Zeitzeugen schamlos übertrieben haben, stellt sich die Frage, wie solche Aufführungen überhaupt zu bewerkstelligen waren, und zwar schon aufgrund der beträchtlichen Distanzen, die man in Kirchenräumen wie San Marco oder Santa Maria sopra Minerva zwischen den verschiedenen Chören, (Teil-)Orchestern und ihren Subdirigenten zu überbrücken hatte – ohne Headset und Monitor. Mit Koordinationsproblemen dieser Art hat sich Florian Bassani nicht nur auf dem Papier befasst, sondern in Form eines praktischen Großversuchs, dessen Auswertung uns in diesem und dem nächsten Heft beschäftigen wird. Ein Ergebnis sei an dieser Stelle schon vorweggenommen: das Gelingen hängt stark von der Qualität der Sänger ab. Um einen Sänger ohne Fehl und Tadel geht es in unserem Interview: Kurt Equiluz. Für manche, die wie wir mit seinen Bach-Kantateneinspielungen großgeworden sind, ist er einfach nur ›the voice‹. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

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