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Panorama
Aktuelle Meldungen und Berichte u. a. aus Berlin, Köln und Rom – Händels Erster Violinist: Willem de Fesch zum 250. Todestag
Thema
›Historische‹ Stimmungen
(Teil II und Schluss)
Versuch einer praxisorientierten Darstellung unterschiedlicher Temperierungsmöglichkeiten für besaitete Tasteninstrumente
Von Raphael Zauels
Aus den Verlagen Neue Bücher
Reisezettel, ausgefüllt
von Lutz Kirchhof
Jahresinhaltsverzeichnis 2010
Termine
Konzerte · Festivals · Kurse · Symposien
Interview
Arbeit am Mythos
Im Gespräch: Martin Geck
Die Fragen stellten Bernd Heyder und Johannes Jansen
Schallplatten
Neue CDs mit Musik von Veracini, Jones, Schütz, Burgmüller, Telemann, W. Fr. Bach, Haydn, Foscarini und vielen anderen
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Einfach eine Tür, die Sie durch Umblättern am besten selbst aufstoßen. Willkommen im ersten Heft des neuen Jahrgangs!
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Editorial
Temperatur ist ein Fachbegriff, der bei musikalischen Laien die seltsamsten Vermutungen darüber auslösen kann, was sich hinter einem Wohltemperirten Clavier verbirgt. Ein Instrument mit heizbaren Tasten, vorgewärmter Sitzbank und womöglich drehbaren Armaturen für Heiß und Kalt? Der Fachmann mag sich darüber amüsieren, gerät aber selbst ins Schwitzen, wenn er erklären soll, was eine solche ›Temperatur‹ denn eigentlich ist und wie man sie genau berechnet beziehungsweise reguliert. Mathematisch schwächeren Begabungen, die es auch unter Musikern gibt, kommt das alles sehr schnell irgendwie ›pythagoreisch‹ vor. Ihnen die Scheu davor zu nehmen, sich einmal mit den physikalischen und theoretischen Grundlagen unseres Tonsystems zu befassen, ist eines der Ziele von Raphael Zauels. Und dankenswerterweise ist sein Beitrag in diesem Heft mit Notenbeispielen versehen, die uns – anders als Tabellen und Rechenexempel – die ›historische‹ Dimension der Stimmungsproblematik buchstäblich zum Greifen nahebringen, ohne indes die Frage zu klären, ob wir heute mit den gleichen Ohren hören wie die noch nicht auf die Dur/Moll-Tonalität ›geeichten‹ Zeitgenossen Bachs. Dass wir uns dorthin zurückgraben könnten wie durch einen Tunnel, gleichsam unter Umgehung der Irrtümer und vielgeschmähten Aufführungstraditionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, hält unser Interviewpartner Martin Geck für Illusion und knüpft daran die Frage, ob wir Bach und seiner Zeit wirklich näherkommen können, als es zum Beispiel der junge Mendelssohn vermochte. Und noch etwas lehrt uns Geck: Erkenntnis setzt Betroffenheit – er nennt es gar: Beängstigung – voraus, denn mit Zahlen und analytischer Zergliederung allein ist dem Mythos der Musik nicht beizukommen. Auch für diese Einsicht danken wir dem großen deutschen Musikforscher, der in diesen Tagen seinen 75. Geburtstag feiert. Wir gratulieren herzlich und wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre!
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