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Heft Nr. 265, Januar/Februar 2016

Editorial

Wie lässt sich eine ›historische‹ beziehungsweise ›historisch informierte Aufführungspraxis‹ im gregorianischen Repertoire realisieren? Gar nicht, sagt unser Interviewpartner Stefan Klöckner, als Wissenschaftler und Musiker gleichermaßen Experte auf diesem Gebiet: »Wir haben ständig eine ganz andere Klangwelt um uns herum. Allein das macht es schon unmöglich, genau nachzuvollziehen oder gar nachzustellen, was die Mönche im Mittelalter gesungen haben. Wir müssen es übersetzen in unsere Zeit. Das kann natürlich nur in Verantwortung vor den einzigen Zeitzeugen geschehen, die wir haben: den Quellen aus dem Mittelalter! Aber zugleich schafft das enormen Freiraum für viele Interpretationen.«
Den Freiraum der Interpretation hat sich auch der unbestritten wirkungsmächtigste Protagonist der Alten Musik in mehr als sechzig Jahren seiner Tätigkeit nicht nehmen lassen, Nikolaus Harnoncourt, dem es gewiss auch nie genug gewesen wäre, ›historisch informiert‹ zu sein. Am 6. Dezember ist er 86 Jahre alt geworden und hat am Vortag seinen Rücktritt vom Podium erklärt. Den Besuchern im Wiener Musikverein, die am nächsten Tag einen Bach-Abend mit ihm am Pult erwarteten, schrieb er: »Wir sind eine glückliche Entdeckergemeinschaft geworden! Da wird wohl vieles bleiben.« Dem darf man auch aus der Ferne vorbehaltlos zustimmen.
Der größere Interpretationsspielraum gilt, wohlgemerkt, für den ausübenden Künstler, nicht den Historiker. Daher geht unser Autor Martin Geck als Musikwissenschaftler im Fall eines anonymen Opus aus dem 17. Jahrhundert, ›Wacht! Euch zum Streit gefasset macht!‹, mit der eigenen Zunft kritisch ins Gericht. Insbesondere seit dem Buxtehude-Gedenkjahr 2007 beobachte er einen verstärkten Sog, das Werk um besserer Vermarktung willen als ›echte Abendmusik‹ auszuweisen. Die Forschung scheine da, wenn nicht voranzugehen, so doch mitzuziehen. Geck wartet mit einer anderen Hypothese zum Werk auf.
Wie wichtig name dropping sein kann, um bestimmte Sachverhalte oder Personen im historischen Gedächtnis zu verankern, zeigen Eszter Fontana und Veit Heller am Beispiel der Leipziger Instrumentenmacher-Familie Hoffmann, die in freundschaftlicher wie beruflicher Nähe zum Thomaskantor Johann Sebastian Bach stand und für den Instrumentenbau und das instrumentale Musizieren nicht nur in Mitteldeutschland wegweisend wurde.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!

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