Heft Nr. 316, April/Mai/Juni 2026
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Editorial
Dass Bräuche verschwinden, ist nicht immer zu bedauern. In unserem Hauptartikel geht es um ein sogenanntes Schauessen, dem man auch bei wohlwollender Betrachtungsweise bescheinigen muss, dass es zumindest ein ›Gschmäckle‹ hat. Vielleicht fand der sechsjährige Hauptbeteiligte selbst sogar Gefallen an seinem Auftritt als ›Wunderknabe in der Pastete‹. Auch seine Schwester hat, soweit überliefert, keinen Anstoß daran genommen. Lebten sie heute, würden beide es wohl anders sehen – müssten dann allerdings die Peinlichkeit ertragen, sich als Protagonisten einer Fernsehserie wie ›Mozart / Mozart‹ wieder zu begegnen.
Kaum zwei Jahre, nachdem man ihn in Salzburg samt Kindercello in einer Pastete auf die Tafel gebracht hatte, tourte Mozart als Wunderkind durch Europa und begegnete in London dem 29-jährigen Johann Christian Bach, der ihm zum Freund und Vorbild wurde. Beide waren ›shooting stars‹, und diese Bezeichnung trifft auch auf unsere Gesprächspartnerin Johanna Soller zu, die sich anschickt, den Bach-Familienkosmos rund um das Leipziger Zentralgestirn neu zu vermessen: als Künstlerische Leiterin der Nederlandse Bachvereniging und an der Spitze ihres Münchner Ensembles capella sollertia.
Als Dirigentin hat man sie auch an die Potsdamer Winteroper verpflichtet. Dort fand sie nach der Premiere von Johann Christian Bachs ›Zanaida‹ Zeit für ein Gespräch.
Etwas außerhalb unserer sonstigen Berichtsgebiete liegt ein ›Ferngespräch‹ zum Thema ›Künstlerprogramme im Ausland‹. Die irische Regierung hat mit dem Angebot eines monatlichen Grundeinkommens international für Schlagzeilen gesorgt. Ähnliches gab es auch früher schon in anderen Ländern. Wir haben einmal in Neuseeland nachgefragt.
Viel Vergnügen bei der Lektüre!
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